| Der Name Löhr leitet sich von einem Zufluss des Mains ab, an dem der erste Namensträger wohl ansässig war. In Amorbach gab es in früherer Zeit einen |
| Stadtzugang, der das "Löhrtor" gennant wurde. Möglicherweise leitet es sich von dem Familiennamen, der dort wohnenden Familie Löhr ab. Jacob Löhr war |
| als Schwarzfärber tätig, auch Manger genannt. Die zu färbende Stoffe erhielt der Schwarzfärber von den Leineweber, die in Amorbach ansässig waren. Dazu |
| wurden die Leinenstoffe in einen Zuber mit diversen eisenhaltige Zutaten (Eisensalze, Eisenoxide) mit Gerbsäuren getan, die diesen Stoffen eine schwarze |
| Farbe verliehen. Auch dieser Beruf war, wegen des Umgangs mit den Gerbstoffen, wie Urin, für Infektionen sehr anfällig. |
| 1688 grassierte ein Seuche in Amorbach. Den städtische Totengräber hatte wohl die Krankheit hinweggerafft, so dass Jacob Löhr einspringen musste. Beim Umgang |
| mit den Leichen der Seuchenopfern muss er sich wohl infiziert haben und wurde so auch ein Opfer. |
| Aus dem Stadtarchivsunterlagen geht hervor, dass sein vater Hans Löhr sich im Jahre 1623 nach Ladenburg begeben hat. Ob er nur für kurze Zeit dorthin zog oder |
| ob verwandtschaftliche Bindungen ihn zu dieser Reise bewogen, darüber schweigen die Quellen. Möglicherweise ist auch nur sein Sohn Jacob aus Ladenburg nach |
| Amorbach zurückgekehrt. Vielleicht hat er auch in Ladenburg das Schwarzfärberhandwerk erlernt. |
| 10.Julii (1623): Hanß löhrs satlern, der sich nach Ladenburg begeben, |
| sein Abschiedt, und zugleich auch sein, löhrs haußfrawen Ursulä, |
| Hern Valentin Schlanters Tochter, geburtsbrief erhalten." |
| Die Stadt Amorbach erteilte Hanß Löhr und seiner Frau einen Geburtsbrief, |
| der eine ähnliche Funktion hatte, wie unser Personalausweis. So konnte das |
| Ehepaar nicht als Landstreicher verhaftet werden. |
| Quelle: Ältere Geburtsbriefe der Stadt Amorbach v. Emmerich, Karl (wann? wo?) |